Battletech – Die Auferstehung

05.05.2020 21:11

Battletech ist ein etwas anderes „Tabletop“ und in Teilen dafür verantwortlich, dass es uns als Spieleanbieter heute überhaupt gibt. Persönlich spiele ich es nun seit 27 Jahren, wo wir früher alle jung waren, so tauchen heute die Gleitsichtbrillen an der Platte auf. Die aktuell überschaubare Community gilt als extrem leidensfähig, da sie nach einigen Fehlentscheidungen in der Vergangenheit (primär balancing verschiedener Zeitschienen) nicht gerade mit viel gutem Material oder überhaupt mit Material gesegnet wurde. Eher Mangelwirtschaft beschrieb die Lage gut. Warum schreibe ich diese Zeilen? Um zu zeigen wie es nicht geht? Heute nicht! Gleich fange ich an zu schwärmen!

Vor nicht langer Zeit gab es eine neue Grundbox und eine Einsteigerbox in englischer Sprache sozusagen als Appetitanreger. Hier konnten wir schon eine schöne Nachfrage feststellen, aber jetzt kommt der eigentliche Hammer: Man wollte per Kickstarter 30000 $ für eine neue Clan Grundbox einsammeln – geworden sind es 2,5 Mio $ und jetzt bekommen wir in nicht allzu ferner Zeit den ganzen geilen Schei…, auf den wir nun schon gut 20 Jahre warten!

Warum schreibe ich die Zeilen gerade heute? Weil ein Teil dieser neuen Produkte bei uns eingetroffen ist: 4 verschiede Kartensets. Und zwar diesmal keine Papierkarten (die völlig ausreichen) sondern hochwertige, doppelseitig bedruckte Neoprenmatten! Der absolute Hammer! Eine Matte entspricht von der Größe 2 klassischen Papierkarten und damit auch der Größe, die früher üblich war für kleine Turniere (120 Tonnen auf je 2 Mechs aufgeteilt).

Was macht Battletech selbst interessant? Letztlich baut die Story darauf auf, dass die Menschheit eine Technik entwickelt, die die Besiedlung anderer Planeten ermöglicht. Der Mensch selbst verändert sich kaum, so dass es zwischen den Sternenreichen weiter zu militärischen Konflikten kommt. Die dabei tragende Rolle kommt dem Battlemech zu, der rund 10 Meter groß, meist humanoid und bis zu 100 Tonnen schwer ist und die klassischen Waffengattungen wie Panzer größtenteils verdrängt hat. Beim Tabletop selbst ist man frei in der Gestaltung der Größe der Schlachten. Tatsächlich machen kleine, wie auch große Schlachten einen riesigen Spaß. Egal ob reines Skirmish oder eine aufbauende Kampagne in einer festen Gruppe – die Möglichkeiten sind vielfältig.

Eine weitere positive Seite für Spieler ist, dass man wirklich nicht viel braucht um wirklich gut einsteigen zu können. Die Grundbox ist dabei erst einmal völlig ausreichend, wer nur einmal reinschauen möchte, der ist selbst mit der Einsteigerbox ganz gut bedient. Darauf aufbauend gibt es natürlich eine Vielzahl von Artikeln: von Romanen über einzelne Mechs (auch Metall gibt es hier noch!) bis Hardwarehandbücher etc. Alles kann, nichts muss. Wenn Corona einmal im Griff ist und der Kickstarter ausgeliefert, dann werden wir bei uns nach 20 Jahren wieder klassische Turniere anbieten! Da dürfen dann auch junge Spieler kommen, nicht nur die mit Gleitsichtbrille!